Gesunde Durstlöscher: Gesunde Getränke für die ganze Familie

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Bei Kindern stehen sie hoch im Kurs: Süßgetränke wie Cola, Limonade oder Eistee. Gesund sind sie deswegen aber noch lange nicht. Wir zeigen, was garantiert gesunde Durstlöscher sind. Und zwar nicht nur für Kinder, sondern die ganze Familie.

Eins muss man der Nahrungsmittelindustrie einfach lassen: Sie schaffen es immer wieder aufs Neue, nicht nur Kinder zu verführen, sondern auch deren Eltern. Aber Vorsicht, wo gesund drauf steht, ist nicht unbedingt gesund drin. Gerade bei Getränken wird da oft nicht genauer hingeschaut, obwohl dort die Gefahren besonders gut versteckt lauern. Gefahren in Form von Zucker. Unmengen an Zucker. Der verbirgt sich nämlich in vielen Getränken, die somit unter den Dickmachern eine absolute Spitzenposition einnehmen und die so verantwortlich für viele gesundheitliche Risiken sind. Aber was soll dann getrunken werden?

Gesunde Durstlöscher: So viel Flüssigkeit benötigt der Körper

Klar ist, dass der Körper Flüssigkeit benötigt, um überhaupt zu funktionieren. Wieviel das ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Das sind zum Beispiel das Alter, das Gewicht, aber auch externe Einflüsse wie das Wetter oder sportliche Betätigungen zählen dazu. Der normale Verbrauch, bei dem externe Faktoren außen vor bleiben, sieht in etwa so aus:

Alter Flüssigkeitsbedarf in Milliliter (ml) durch Getränke/Tag Flüssigkeitsbedarf in Milliliter (ml) durch feste Nahrung/Tag
unter 1 Jahr

400

500

1 bis 4 Jahre

820

350

4 bis 7 Jahre

940

480

7 bis 10 Jahre

970

600

10 bis 13 Jahre

1170

710

13 bis 15 Jahre

1330

810

15 bis 19 Jahre

1530

920

19 bis 25 Jahre

1470

890

25 bis 51 Jahre

1410

860

51 bis 65 Jahre

1230

740

65 Jahre und älter

1310

680

Schwangere

1470

890

Stillende

1710

1000

 

Die Tabelle macht gut deutlich, dass in etwa ein Drittel des gesamten Flüssigkeitsbedarfs bereits durch feste Nahrung getilgt wird (bei Babys gilt dieser Richtwert natürlich erst ab der Umstellung auf feste Nahrung). Immer wieder ist die Rede davon, dass ein erwachsener Mensch in etwa drei Liter pro Tag trinken sollte.

Die liegen weit über den Werten der Tabelle, verdeutlicht aber gut, dass die angegebenen Werte nur den nötigen Bedarf decken sollen. Das Ganze ist dann wiederum auch noch abhängig von Gewicht und Körpergröße. Kommen externe Faktoren wie Sport oder besonders heißes Wetter dazu, steigt der Flüssigkeitsbedarf des Körpers nochmals natürlich an und er verlangt nach gesunden Durstlöschern.

Gesunde Durstlöscher: Die Übersicht – von Wasser bis Tee

Aber wie sehen gesunde Durstlöscher für die ganze Familie denn nun aus? Wasser, Tees, Wasser mit Geschmack und Saftschorlen fallen unter die Kategorie gesunde Durstlöscher. Die schauen wir uns einmal näher an:

Gesunde Durstlöscher: Wasser – die unumstrittene Nummer 1

Wasser wird nicht umsonst als das Lebenselexier bezeichnet. Nicht nur, dass das Leben auf der Erde erst im Wasser seinen Anfang nahm. Auch der menschliche Körper besteht zu einem großen Teil aus Wasser, auch wenn man es ihm nicht ansehen mag. So haben Neugeborene einen Wasseranteil von etwa 75 Prozent, bei Erwachsenen sind es noch knapp 60 Prozent, im Alter zwischen 40 und 50 Prozent. Je nach Fitnesszustand, Geschlecht und anderen Faktoren schwankt der Stand. Kurz und knapp kann man sagen, je höher der Wasseranteil desto gesünder und fitter ist der Mensch.

Warum Wasser noch die unumstrittene Nummer Eins ist? Es beinhaltet keine Kalorien, die versteckt in den Körper gelangen, nicht sättigen, dafür aber dick machen. Im Gegenteil: Wasser enthält viele wertvolle Mineralien, die den Körper antreiben und bei chemischen Prozessen wie der Verarbeitung von Nährstoffen oder der Verdauung unterstützen. Wasser hält also den Körper am Laufen.

Gesunde Durstlöscher: Wasser – die unumstrittene Nummer 1 (#01)

Gesunde Durstlöscher: Wasser – die unumstrittene Nummer 1 (#01)

Nicht umsonst kann ein Mensch sogar bis zu mehreren Wochen ohne feste Nahrung auskommen. Ohne ausreichende Flüssigkeit stirbt er allerdings schon nach wenigen Tagen. Schon ein Mangel an Wasser kann dazu führen, dass die eigene Leistungsfähigkeit deutlich gemindert wird. Wasser ist also Leben.

Diesen gesunden Durstlöscher gilt es Tag für Tag zuzuführen. Und zwar nicht zu knapp. Woher das Wasser kommt, ist dem Körper allerdings reichlich egal. Ob das aus dem Supermarkt oder direkt aus der Quelle kommt.

Ein großer Vorteil in Deutschland ist der, dass das Leitungswasser eine besonders hohe Qualität hat. Wo das aus dem Wasserhahn sprudelnde Nass in südlicheren Ländern mit Vorsicht und nur abgekocht zu genießen ist, kann es in Deutschland bequem direkt aus der Leitung getrunken werden. Laut dem Bundesumweltamt ist die Trinkwasserqualität an fast allen gemeldeten Stellen als sehr gut zu bezeichnen. Gesundheitsgefährdende Schadstoffe sind seit Jahrzehnten nicht in dem Maß gefunden worden, dass sie langfristige Schäden befürchten lassen.

In einigen Regionen ist das Leitungswasser recht kalkhaltig. Kalk besteht aus den Mineralien Magnesium und Kalzium, die essenziell nötig für den menschlichen Körper sind. Bei einer ausgewogenen Ernährung werden bereits genügend dieser Mineralstoffe aufgenommen, so dass es denen aus dem Leitungswasser nicht unbedingt bedarf.

Überschüssige Stoffe werden allerdings rückstandslos wieder ausgeschieden. Aus gesundheitlicher Sicht macht es also nur wenig Sinn, das Wasser zu entkalken. Allerdings legt sich Kalk in den Haushaltsgeräten ab und kann diese auf Dauer beschädigen, weswegen ein Entkalken besonders harten Wassers Sinn machen kann.

Diesen gesunden Durstlöscher gilt es Tag für Tag zuzuführen. (#02)

Diesen gesunden Durstlöscher gilt es Tag für Tag zuzuführen. (#02)

Gesunde Durstlöscher: Wasser mit Geschmack

Wenig verwunderlich, dass der nächste gesunde Durstlöscher für die ganze Familie hauptsächlich mit Wasser zu tun hat. Wasser mit Geschmack, sogenanntes Infused Wasser. Dabei werden dem Wasser – ob mit oder ohne Sprudel – Obst, Kräuter oder Gemüse zugegeben, um den neutralen Geschmack zu ersetzen. Damit sind Kinder garantiert leichter zu überzeugen. Rezepte dafür finden sich im Internet zur Genüge.

Auch hier heißt es aber Vorsicht zu wahren, denn die Industrie war erfinderisch: Zahlreiche bereits fertige Wasser mit Geschmack sind in den Getränkeabteilungen der Supermärkte zu finden. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe offenbart aber schnell, dass auch bei denen der Zucker nicht zu kurz kommt. Oft werden beim fertigen Infused Water auch lediglich Aromen verwendet, so dass von einem natürlichen Geschmack keine Rede mehr sein kann.

Gesunde Durstlöscher: Tee

Tees haftete lange Zeit ein langweiliges Image an. Die heimischen Teesammlungen erstreckten sich oft nur aus Kamille und Pfefferminz und wurden bei Erkältungen als Allheilmittel aus dem Schrank gekramt. Dabei ist Tee unglaublich abwechslungsreich. Und ein gesunder Durstlöscher, denn auch der kommt (fast) ohne Kalorien aus. Ganz im Gegenteil sogar: Tee kann so anregend für den Stoffwechsel des Körpers sein, dass er die Verbrennung von Fett ankurbelt. Tee ist also doppelt gesund.

In den Regalen im Supermarkt gibt es heute ein kaum mehr überschaubares Teeangebot. Grundlage vieler Tees sind schwarzer oder grüner Tee, die in Asien geerntet werden (grüner und schwarzer Tee stammen übrigens aus der gleichen Pflanze und werden nur anders verarbeitet). Aber auch Sorten wie der Rooibos aus Südafrika oder verschiedenste Kräutermischungen von vor der eigenen Haustür oder aus der ganzen Welt sind überaus beliebte und vor allem gesunde Durstlöscher.

Dabei muss ein Tee nicht unbedingt heiß getrunken werden. Als Durstlöscher eignet er sich vor allem dann, wenn er abgekühlt getrunken wird. Rezepte für selbstgemachte Eistees sind überaus beliebt. Um an warmen Tagen nicht den Körper zu verwirren, empfiehlt es sich sogar, ihn weder heiß noch kalt, sondern lauwarm zu trinken. Alles andere kurbelt nur das Schwitzen des Körpers weiter an.

Einige Teesorten sind jedoch nichts für Kinder. Weißer, grüner und schwarzer Tee enthalten Koffein. Teilweise sogar so viel wie eine Tasse Kaffee oder Espresso.

Als Durstlöscher eignet er sich vor allem dann, wenn er abgekühlt getrunken wird. (#03)

Als Durstlöscher eignet er sich vor allem dann, wenn er abgekühlt getrunken wird. (#03)

Gesunde Durstlöscher: Saftschorlen

Wer bei Saftschorlen an eine leckere und erfrischend spritzige Apfelschorle denkt, liegt schonmal nicht ganz falsch. Aber selbstgemacht, ist sie in der Regel gesünder. Denn auch in fertiger Apfelschorle lauert jede Menge Zucker, der oft künstlich zugesetzt wird und aus dem vermeintlich gesunden Durstlöscher eine Zuckerbombe macht. Ganze 15 Gramm Zucker stecken so zum Beispiel in einem Glas handelsüblicher Apfelschorle.

Wer seine Saftschorle dagegen selber macht, hat eine bessere Kontrolle darüber, was rein kommt. So empfiehlt es sich als Grundlage auf Säfte zu setzen, die ohne zusätzlich hinzugefügten Zucker auskommen. Da in Obst natürlicher Fruchtzucker enthalten ist, bringt der die Süße. Beim Mischen setzt man in etwa auf das Verhältnis ein Teil Saft und zwei Teile Wasser. Mit Sprudelwasser versetzt, ist die Schorle so nicht nur ein gesunder Durstlöscher, sondern gleichzeitig richtig erfrischend.

Keine gesunden Durstlöscher: Cola, Eistee, Saft und Co

Von Limonaden, Cola und ähnlichen Süßgetränken sollte man daher eher Abstand nehmen. Die sind oft mit sehr viel Zucker versetzt. Schon ein täglich getrunkenes Süßgetränk erhöht die Gefahr, später an Diabetes zu leiden, um satte 22 Prozent. Gegen unregelmäßige Ausnahmen spricht allerdings nicht viel. Die Regel sollten derartige Süßgetränke gerade für Kinder aber nicht sein.

Die Light- und Zero-Varianten dieser Getränke kommen zwar ohne Zucker und Kalorien aus, jedoch sind die langfristigen Folgen von künstlichen Süßstoffen noch zu wenig erforscht. Zudem stehen sie in Verdacht Appetitanreger und so zumindest mittelbar Dickmacher zu sein.

Fertige Eistees und Säfte mögen einen Eindruck als gesunde Durstlöscher suggerieren. In Wirklichkeit verstecken sich in ihnen oft noch mehr Zucker als in Cola und Limonaden, so dass diese auch außen vor bleiben und höchstens eine Ausnahme sein sollten.

Die Regel sollten derartige Süßgetränke gerade für Kinder nicht sein. (#04)

Die Regel sollten derartige Süßgetränke gerade für Kinder nicht sein. (#04)

Der Up-To-Date-Tipp für gesunde Ernährung und gesunde Durstlöscher

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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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