Richtig stillen: Die fünf besten Stillpositionen

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Es bedarf keiner Diskussion mehr – Stillen ist die beste Ernährung für das Baby und eine wunderbar intime Angelegenheit zwischen Mutter und Kind. Für die Mama ist es ein großartiges Gefühl, allein mit ihrer Milch dafür zu sorgen, dass das Söhnchen oder das Töchterchen wächst und sich prächtig entwickelt. Das Kleine bekommt über die Muttermilch alle wichtigen Nähr- und Abwehrstoffe, die es nach der Geburt und in den ersten Monaten auf dieser Welt braucht.

Warum verschiedene Stillpositionen nutzen?

Theoretisch können Sie auch immer in der gleichen Position stillen – Sie halten Ihr Baby mit dem Arm, sein Köpfchen ruht in der Nähe Ihrer Ellenbogenbeuge. Mit der anderen Hand stützen Sie das Kleine und es nuckelt zufrieden vor sich hin. Bei vielen Frauen geht das und sie brauchen tatsächlich nur eine Stillposition. Andere möchten das Kleine nachts gleich im Liegen stillen und sich dafür nicht erst hinsetzen müssen – sie brauchen eine Position im Liegen, die für beide bequem ist. Wieder andere haben häufiger mit einem Milchstau zu kämpfen. Diesem wird besser begegnet, wenn die Stillposition gewechselt wird und das Kind mit seinem Mund und seinen Trinkbewegungen die Brust regelrecht ausstreicht.

Tipp: Probieren Sie verschiedene Positionen aus, denn nicht alle gefallen Mutter und Baby gleichermaßen und wieder andere werden einfach nur als unbequem empfunden.

Man denke hier an die Position, in der das Kleine praktisch unter dem Arm der Mutter seitlich liegt – manche Mama findet diese Lage durch die Hilfe eines Stillkissens sehr gemütlich und kommt damit gut klar. So manche Stillende hat aber leider das Gefühl, sich dabei völlig zu verknoten. Damit geht ein Problem einher: Wenn die Mama die Muskulatur im Brustbereich stark anspannt, geht das zulasten des Milchflusses. Hebammen wissen, dass dadurch sogar ein Milchstau begünstigt werden kann. Also – besser probieren Sie verschiedene Stillpositionen aus und finden die für sich und Ihr Kind beste, als dass Sie sich fest an die Positionen klammern, die in Ratgebern und Lehrbüchern vorgegeben werden. Es gibt kein Richtig oder Falsch, es gibt nur unbequeme und bequeme Haltungen beim Stillen.

Man denke hier an die Position, in der das Kleine praktisch unter dem Arm der Mutter seitlich liegt – manche Mama findet diese Lage durch die Hilfe eines Stillkissens sehr gemütlich und kommt damit gut klar. (#01)

Man denke hier an die Position, in der das Kleine praktisch unter dem Arm der Mutter seitlich liegt – manche Mama findet diese Lage durch die Hilfe eines Stillkissens sehr gemütlich und kommt damit gut klar. (#01)

Was ist beim Stillen wichtig?

Einige grundlegende Dinge sollten Sie beim Stillen berücksichtigen, unabhängig von einer bestimmten Stillposition. Wichtigste Voraussetzung ist eine bequeme Position. Egal, ob Sie im Liegen oder im Sitzen stillen – bequem muss es sein! Nur so wird der Milchspendereflex gefördert und Ihr Kleines wird zufrieden satt werden. Suchen Sie sich ein Kissen, welches Ihren Rücken stützt, nutzen Sie ein Stillkissen zum Stützen des Babygewichts. Sie können das Stillkissen quer vor sich legen und Ihr Kind darauf ablegen, so brauchen Sie nur noch sein Köpfchen stützen. Sie können das Kissen auch um sich herum legen und haben so beidseitig eine Stütze für das Kleine. Probieren Sie es aus!

Wichtig ist des Weiteren, dass Sie den Körper des Babys möglichst dicht an Ihrem halten, so wird das Kleine leichter und kann besser an Sie und Ihre Brust heran.

Gerade Neugeborene und wenige Wochen alte Babys können unheimlich lange trinken. Stillmahlzeiten von bis zu einer halben Stunde sind hier keine Seltenheit! Damit Ihnen nicht langweilig wird oder Sie dursten müssen, bereiten Sie sich mit einem Getränk in Reichweite auf die Mahlzeit vor. Viele Mütter nutzen die Zeit auch, um endlich ein wenig zu lesen – eine Tätigkeit, der Sie in Zukunft kaum noch nachgehen werden, das können wir versprechen. Später dann reichen zehn Minuten, dann ist Ihr Kleines satt – Sie werden die langsamen, ruhigen Mahlzeiten vermissen!

Kommen wir nun zu den Stillpositionen, mit denen sich das Stillen kinderleicht gestalten lässt.

Video:Wie stille ich mein Baby? Tipps zum Stillen

Die Wiegehaltung

Die Wiegehaltung ist die klassische Stillposition und funktioniert praktisch überall. Sie können sogar draußen oder im Café auf diese Art und Weise stillen – von Ihrer Brust ist nichts zu sehen. Notfalls legen Sie noch ein dünnes Tuch von oben über Ihre Schulter und verhindern so den Blick von oben.

Wichtig ist bei dieser Position, dass das Näschen des Babys frei bleibt – das Kleine muss seinen Kopf dafür leicht nach hinten neigen. Ideal ist es, wenn sich zwischen Ihrer Brust, Ihrem Ober- und dem Unterarm ein Dreieck bildet und dort das Näschen des Kindes zum Ruhen kommt. Ihr Kleines bekommt genügend Luft. Drücken Sie das Köpfchen nicht gegen Ihre Brust und achten Sie darauf, dass die Lippen des Kindes nach außen gestülpt sind. So kann es sich regelrecht ansaugen, ein Vakuum bilden und frei trinken.

Die Kreuzhaltung

Die Kreuzhaltung ist für viele Mütter mit Baby der Start in das Stillen – wenn das Kleine hier richtig trinken kann, können Sie in die bequemere Wiegenhaltung wechseln. Wichtig: Stützen Sie den Kopf des Kindes mit Ihrer Hand, Ihr Unterarm sollte auf seinem Rücken zu liegen kommen. Halten Sie das Kleine mit dem rechten Arm und lassen Sie es an der linken Brust trinken. Umgekehrt: Halten Sie es mit dem linken Arm, darf es an der rechten Brust nuckeln.

Bei allen Haltungen sollten Sie die Brust „mundgerecht“ formen – mit der freien Hand können Sie die Brustwarze ein wenig dem Mund des Kindes anpassen. Doch auch ohne diese kleine Hilfe kann Ihr Nachwuchs gut trinken, denn Mund und Brustwarze sind wie Topf und Deckel – sie passen einfach zusammen!

Video:STILLEN IN DER ÖFFENTLICHKEIT? UNTERWEGS MIT BABY + KINDERN – FAMILIEN VLOG | Mamiseelen

Die Rückenhaltung

In der Rückenhaltung stützen Sie Ihr Baby optimal, sie wird aber nicht von allen Müttern als angenehm empfunden, weil gerade größere und schwerer Kinder auf diese Art schlechter gehalten werden können. Der Vorteil dieser Stillposition: Sie haben den Blick auf das ganze Gesicht des Babys frei und können sich an ihm erfreuen. Außerdem liegen gerade nervöse Babys in der Rückenhaltung ruhiger, denn sie fühlen sich durch den besonders engen und festen Körperkontakt sicherer.

Bringen Sie Ihr Kleines in eine Haltung, in der es fast neben Ihnen zum Sitzen kommt, und stützen Sie es dann entsprechend ab. Vor allem schläfrige Kinder lassen sich so sehr gut stillen. Hier die Anleitung:
Ihr kleiner Schatz liegt auf Ihrem rechten Arm und wird an der rechten Brust trinken. Liegt es auf dem linken Arm, kommt auch die linke Brust zum Einsatz.

Sie stützen den Kopf mit Ihrer Hand, der Rücken des Kindes wird mit Ihrem Unterarm gestützt.
Die Füße des Kleinen befinden sich zwischen der Lehne Ihres Stuhls oder Sessels und Ihrem Rücken. Beugen Sie den Körper des Kindes um ca. 90 °.

Die Seitenlage

Diese Stillposition ist vor allem nachts sehr beliebt – nicht wenige Mütter schlafen mit einiger Übung einfach weiter, während das Kleine noch trinkt. Für Anfänger ist die Position etwas schwieriger umzusetzen, aber auch hier gilt wie immer: Übung macht den Meister!

Legen Sie Ihr Kind mit dem Gesichtchen zu Ihrem Gesicht, Ihre Bäuche liegen direkt aneinander. Achten Sie darauf, dass Ihr kleiner Schatz etwas unterhalb Ihrer Brust liegt – Nasenspitze an Brustwarze ist hier die Faustformel. Stützen Sie das Kleine mit einem Kissen oder einem zusammengerollten Handtuch im Rücken ab. Ihr Kleines wird die Brustwarze spüren und sich danach strecken – es kann sie sogar im Dunkeln riechen und finden. Durch das Strecken des Köpfchens bleibt die Nase des Kindes frei und das Kleine kann schlucken und atmen.

Video:Stillen: Geglückter Stillstart (urbia.tv)

Die Reiterposition

In dieser Position sitzt das Kleine auf Ihrem Bein mit dem Gesicht zu Ihnen gewandt. Das Köpfchen ist auf Höhe Ihrer Brust. Setzen Sie das Baby so dicht an Ihren Körper heran, dass es keine Probleme damit bekommt, „anzudocken“. Die Reiterposition ist vor allem für Kinder geeignet, die eine Schnupfennase haben und schlecht Luft bekommen, denn in aufrechter Haltung atmet es sich nun einmal besser als im Liegen. Außerdem ist die Reiterposition für Kinder gut, die häufig Luft beim Stillen schlucken, denn in dieser sitzenden Position wird deutlich weniger Luft geschluckt.

Das mindert Bauchschmerzen nach dem Stillen. Allerdings müssen Sie Ihr Kindchen dabei gut festhalten und stützen und die Position ist für Neugeborene und noch sehr junge Babys nicht geeignet. Sie würde die Rückenmuskulatur zu stark beanspruchen. Alternativ können Sie sich ein wenig nach hinten lehnen und das Kind schräg auf Ihrem Bauch positionieren. Hier lässt sich das Phänomen beobachten, dass die Babys sogar eigenständig in Richtung Brust krabbeln.


Bildnachweise:© Fotolia-Titelbild: JenkoAtaman-#01: LoloStock

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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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