Berkeley Limited: Tommy Hilfiger

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Eine limitierte Uhr und warum es sich manchmal lohnt, Alternativen in Betracht zu ziehen

Zugegeben: die Berkeley Limited Edition von 2004 ist eine sehr schöne Uhr. Tommy Hilfiger, das amerikanische Modelabel, tut es vielen Mitbewerbern gleich und bietet Accessoires an, die den Stil der Marke repräsentieren. So auch geschehen im Jahre 2004 mit einer auf 500 Stück limitierten Uhr, die sich perfekt in den Prep-Style des Labels eingliedert. Die Uhr ist schlicht, klassisch, sportlich und nimmt Bezug auf die Fliegeruhren der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Ob der Name Berkeley sich dabei auf die Berkeley Group, ein britisches Investmentunternehmen oder die Kalifornische Universität bezieht bleibt offen – der Stil des Labels weckt im Großen und Ganzen ja eher Assoziationen zu der Amerikanischen Ostküste und den Hamptons, wo das alte Geld in den USA zu Hause ist.

Hommage an einfache Fliegeruhren

Sofort fühlt man sich von dem leicht ablesbaren Ziffernblatt erinnert an Uhren wie die Spitfire Edition der IWC Mark XV und andere sachlich gestaltete Zeitmesser. Mit dem Saphirglasboden, der die Sicht auf das Miyota Automatikkaliber freigibt möchte sie indes mehr sein, als eine bloße Armbanduhr – sie möchte ein Sammlerstück sein. Anders als die regulär angebotenen Uhren der Marke ist dieses Stück mit einem Automatikwerk ausgestattet. Man benötigt also weder eine Batterie, noch muss man die Uhr aufziehen: man kann sich darauf verlassen, dass das mechanische Werk sich beim Tragen von alleine durch die Bewegungen des Trägers aufzieht und so die Uhr immer einsatzbereit bleibt, wenn sie regelmäßig getragen wird.

Das Uhrwerk: Herz und Seele der Uhr

Diese Uhr stammt aus der Zeit vor der Übernahme des Herstellers Miyota durch die ebenfalls japanische Citizen Group. Doch auch 2004 orientierte man sich schon klar an dem Schweizer Vorbild ETA. Im Moment stehen die Zeichen gut für Miyota, da ETA in Zukunft keine Werke mehr bauen und verkaufen, einer der großen Player damit also aus dem Rennen sein wird. Die Miyota Werke funktionieren einwandfrei, zuverlässig und haben eine Gangreserve von ca. 48 h.

Berkeley Limited: Tommy Hilfiger #1

Berkeley Limited: Tommy Hilfiger #1

In wie weit sich dieses relativ einfache Werk allerdings mit einem Sammlerstück für etwa €500,- vereinbaren lässt, sei einmal dahingestellt. Wenn man sich die Liste von Herstellern anschaut, die diese Uhrwerke verbauen, so stößt man durchaus auf klangvolle Namen wie Festina, Boss oder Junkers. Auffällig ist hierbei allerdings, dass der Preis des jeweiligen Artikels offenbar in engem Zusammenhang mit der Größe des Namens zusammenhängt und nicht so sehr mit der Qualität des Innenlebens.

So sind Uhren mit einem vergleichbaren, aktuellen Werk bereits ab €200,- erhältlich. Je nach Renommee gehen die Preise hier bis ca. €350,-. Fairer Weise muss man allerdings auch dazu sagen, dass das Branding in der Welt der Armbanduhren seit jeher eine große Rolle spielt.

So verbaut Omega in seinem Klassiker „Speedmaster Professional“ exakt das gleiche Werk der Firma Valjoux, das auch in der Sinn „103“ zum Einsatz kommt, verlangt für die Uhr aber fast den doppelten Betrag vom Endkunden. Auf die Spitze treibt es IWC, die auch Fremdwerke der gleichen Marke verbauen, diese dann optisch veredeln und einen geradezu Schwindel erregenden Aufpreis geltend machen. Das ist eine Frage von Angebot und Nachfrage – wem das Prestige wichtig ist, zahlt dafür offensichtlich gerne den hohen Aufpreis.

Alternativen? Zahlreiche!

Sehen wir uns zuerst nach einer Uhr um, die vergleichbar klassisch daher kommt, wie die Berkeley. Die Firma Junkers hat fast alle Modelle mit Quarz- oder Automatikwerk im Angebot. Die Quarzvarianten bewegen sich bei Preisen um die €200,-. Wer auf ein Automatikwerk wert legt, sollte zu einem etwas tieferen Griff in die Tasche bereit sein: mit ca. €450,- sind diese Uhren allerdings immer noch 10% günstiger, als das Modell von Hilfiger. Dazu kommt das zeitlose Design im Stile des Bauhaus. Die sportlicheren Modelle lehnen sich auch an die früheren Fliegeruhren an und sind fast alle auch als Chronographen erhältlich, wenn man als Kunde die noch flexiblere Variante mit Stopfunktion schätzt.

Berkeley Limited: Tommy Hilfiger #2

Berkeley Limited: Tommy Hilfiger #2

Eine weitere Alternative zur Berkeley wäre eine Dugena „Festa“. Diese Uhren sind bereits ab ca. €300,- erhältlich und mit dem Miyota Kaliber 9015 ausgestattet, dem Nachfolgemodell des in der Hilfiger-Uhr verbauten Werks. Den Uhren wird in Fachartikeln eine außergewöhnliche Zuverlässigkeit nachgesagt und die Ganggenauigkeit lässt auch keine Wünsche offen. Auch Dugena bietet die Uhren in verschiedenen Versionen an, darunter Chronographen, allerlei Gehäuseformen und unterschiedlichste Oberflächen.

Warum in die Ferne schweifen?

Die naheliegendste Lösung von allen scheint aber doch zu sein, im eigenen Konzern zu bleiben und sich einmal umzusehen, was Citizen selbst für Uhren fertigt. Und soviel kann man direkt sagen, wenn man das Portfolio der Japaner unter die Lupe nimmt: die Uhren sind ästhetisch ansprechend gestaltet und sehr solide verarbeitet.

Citizen baut echte Arbeitstiere, die den Träger nicht im Stich lassen. Die „Promaster“-Serie wartet mit sehr sportlichen Modellen auf, die alle deutlich unter €300,- kosten und kaum Wünsche offen lassen, aber auch elegantere Modelle sind durchaus zu finden. Hier lässt sich eine gleichwertige Uhr zum halben Preis der Berkeley erwerben.

Prestige entscheidet

Unter dem Strich muss man sagen, dass alle Hersteller hochwertiger Luxusartikel sich ihren Namen bezahlen lassen. Dies ist auch bei Tommy Hilfiger der Fall. Wenn man Wert auf Prestige und das Label legt, ist der Kauf einer solchen Uhr gerechtfertigt. Für diejenigen, die einfach eine gleichwertige, zuverlässige Uhr suchen, gibt es aber günstigere Alternativen


Bildnachweis: © fotolia Titelbild: donatas1205, #1 Wilhelm Rieber, #2 Thomas Siepmann

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