Jugendbücher

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Die Anfänge der Bücher reichen bis auf die Antike zurück. So bestanden die ersten Kinder- und Jugendbücher in „erwachsenen“ Stoffen, die auf die jüngere Generation bearbeitet waren. Aus der Antike sind Fassungen von Homers IIlias bekannt.

Im Mittelalter galten dann die Fabeln von „Äsop“ als Kinder- und Jugendliteratur. Sie dienten wohl meist zur schulischen Bildung. Auch wird davon ausgegangen, dass die Kinder dort den ersten Kontakt zur Bibel bekamen, die zwar erst nur in Latain, später aber auch in den örtlichen Sprachen abgefasst war. Ab der Renaissance studierten dann einige Kinder im Religionsunterricht oder zusammen mit ihren Eltern religöse Literatur.

Mit der Erfindung des Buchdrucks, Mitte des 15. Jahrhunderts, wurde der Zugang zur Literatur der Bevölkerung erleichtert, somit auch den Jugendlichen. Die erste Reihe von Kinder- und Jugenbüchern wurde dann in den 1480er Jahren von William Coxton veröffentlicht. Die Bücher stellten sich als ein sehr lukratives Geschäft dar, da ein Buch in Kinderhänden doch etwas schneller kaputt ging. Mit dem Buchdruck waren mehr Menschen in der Lage das Lesen zu erlernen. Ein Großteil der speziell für Kinder gedruckten Werke dienten als Lernhilfen.

In den Jahren der 1580er kamen eine große Menge, oft minderwertiger Bücher heraus, die meist von Hausierern vertrieben wurden. Später wurden diese Volksbücher genannt. 1580 veröffentlichte Johann Amos Comenius ein Buch für den latein Unterricht. Historiker halten dieses Werk für das erste Bilderbuch für Kinder. In den 1750er Jahren kamen dann erste Hefte aus Pappe auf den Markt, die meist Gebete oder ein mit Holzschnitten illustriertes ABC enthielten. Dieses Jugendbuch war bis zum 19. Jahrhundert populär. Das weitverbreitetste Schulbuch Amerikas ist der NEW ENGLAND PRIME von Benjamin Harris, der zu dieser Zeit enstand.

Ab dem 18. Jahrhundert kamen dann mehr jugendgerechte Bücher auf den Markt. Überarbeitete Werke wie z.B. Robinson Crusoe, Moby Dick, Lederstrumpf oder Gullivers Reisen wurden erstmals als Jugendbücher heraus gegeben.

Bis vor dem 19. Jahrhundert waren nur die wenigsten Bücher bebildert.
17. und 18. Jahrhundert: Putaniker in England und Amerika veröffentlichten Jungendbücher, die von protestantischer Ethik geprägt waren. Die Kinderstreblichkeitsrate lag zu dieser Zeit sehr hoch und die Bücher sollten dazu dienen, die Kinder auf Ihren Tod und der Vermeidung der Höllenverdammnis dienen. Nur jeder zweite Mensch erreichte zu dieser Zeit das erwachsenen Alter. Die Angst vor dem Tod wurde den Kindern durch öffentliche Hinrichtungen, Bildern von Toten und die präzise Beschreibung der Höllenqualen gefördert. 1715 veröffentlichte Isaac Watts dann eine Reihe von Liedern, die diese makaberen Beschreibungen etwas freundlicher hielten. Seine Lieder wurden bis ins 19. Jahrhunder als Übung zum Auswendig-Lernen sehr geschätzt.

1740 wurden die ersten Kinder- und Jugenbücher heraus gegeben, die neben rein erzieherischer Bootschaft auch einen Unterhaltungswert hatten. Trotzdem prägten die moralischen Werstvorstellungen bis ins 19. Jahrhundert noch sehr oft die Kinder- und Jugendliteratur. Obwohl bereits im 18. Jahrhundert raffiniert ausgearbeitete Geschichten, den moralischen und religiösen Aspekt etwas versteckten, wurden diese wohl in dem Zeitraum noch verdrängt.

Ab mitte des 19. Jahrhunderts wurden dann erstmals auch reine Fantasiegeschichten als Jugendliteratur akzeptiert. 1893 erschien in Deutschland erstmals die Jugendschriften-Warte. Sie beurteilte neu erschienene Kinder- und Jugendbücher und gab Listen empfehlenswerte Exemplare heraus.

1854 brachte Heinrich Hoffmann eines der ersten und wohl erfoglreichsten Kinderbücher heraus. Mit „Struwwelpeter“ zeigte der Autor zwar immer noch sehr den erzieherischen Hintergrund auf, brachte jedoch seine ganz eigene Komik mit ein. Vielleicht war gerade dieser Aspekt das Erfolgsrezept.

1865, da sind sich Historiker einig, kam mit „Alice im Wunderland“, das erste Kinderbuch, frei von Moralvorstellung heraus. Im selben Jahr wurden auch „Max&Moritz“ veröffentlicht.

Mittlerweile ist die Ansicht, dass ein Kinder- und Jugenbuch auf bestimmten Themen verzichten muß, veraltet. Vielmehr umfassen sie den gleichen Umfang wie auch Bücher für Erwachsene. Auch ist das Bedürfniss gestiegen, in Kinder- und Jugenbüchern soziale Themen einzubauen, mit denen sich die Kinder im alltäglichen Leben befassen und sich selbst konfrontiert finden. Themen wie Ausländerfeindlichkeit (Papa was ist ein Fremder?) , Selbstmord (Die Leiden des jungen Werthers) , Behinderung (Freak) oder die Scheidung der Eltern (Familien-Spiel) werden immer öffter angesprochen. Als eines der bekanntesten Bücher um Rechtsradikalismus unter Jugendlichen gilt der Roman „Die Welle“. Es bassiert auf wahren Begebenheiten und stützt sich auf drei Prinzipien: Stärke durch Disziplin, Gemeinschaft und Handeln.

Natürlich finden nicht nur diese Bücher große Begeisterung bei den jungen Lesern. Auch reine Unterhaltungsbücher finden große Abnahme. Bücher wie Alfred Hitchcocks „Die drei ???“ und „Die wilden Hühner“ von Cornelia Funke sind seid langem beliebte Bücher von Kindern und Jugendlichen.

Jugendromane sind Bücher für eine jugendliche Zielgruppe. Sie behandeln Themen wie Schule, Liebe und Sport, aber auch Familienkrisen und Drogen sind oft angesprochen. Besonderes Merkmal dieser Bücher ist, dass Jugendliche die Hauptperson übernehmen.

Hinsichtlich des Genres gibt es bei Jugendbüchern keine Grenzen. Ob Literatur, Fantasy, Krimi, Sachbuch oder Komik, hier gibt es keine Schranken.

Eine Altersbeschränkung wie bei Kinder- und Jugendfilmen gibt es bei Jugendbüchern eigentlich nicht. Der Verlag kann eine freiwillige Altersempfehlung herausgeben. Bücher ab 12 Jahren, gelten im Allgemeinen als Jugendbücher.

Über Iris Martin

Iris Martin

Iris Martin, Jahrgang bleibt ein gut gehütetes Geheimnis, ist Mutter zweier Kinder. Rabauke 1 und Rabauke 2 sind Wunschkinder ersten Grades, treiben ihre Eltern regelmäßig an den Rand der Verzweiflung und wissen sie von dort mit einem lieblichen Augenaufschlag wieder wegzuholen. Iris ist derzeit mit ihren beiden Jungs zu Hause, genießt das Leben als Vollzeitmami und hält das Chaos so im Rahmen. Neuen Herausforderungen stellt sie sich dabei gerne - immer gut gewappnet mit dem Wissen, das nur aktiv agierende Eltern haben können.

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