Jochen und Monika Grell: Unterrichtsrezepte

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Die Diskussionen über die Wissensvermittlungen in der Schule sind vielseitig. Häufig in der Kritik stehen Lehrer und ihre Unterrichtsmethoden. Bis zu einem gewissen Grad sind Lehrer frei darin, ihren Unterricht zu gestalten.

Als Rahmenbedingung haben sie den Lehrplan an der Hand. Jochen und Monika Grell greifen in ihrem Buch „Unterrichtsrezepte“ die Thematik der Wissensvermittlung auf und geben einen Leitfaden an die Hand.

Jochen und Monika Grell: Der Unterricht als Handwerk

Die Arbeit mit Schülern darf nicht nur als Pädagogik gesehen werden, sondern auch als Handwerk. Die Zusammenstellung der Materialien für den Unterricht, die Vermittlung des Wissens und das Ziel, das Interesse der Kinder zu wecken, sind wichtige Punkte bei der Planung. Jochen und Monika Grell gehen in ihrem Buch darauf ein, dass es sich beim Unterricht um ein Handwerk handelt, das erst einmal erlernt werden muss.

Dabei ist es das Ziel zu erarbeiten, wie sich das Wissen möglichst fest in den Köpfen der Kinder verankern lässt. Der Fokus liegt auf einer fachgerechten Wissensvermittlung. Um dieses Handwerk jedoch erlernen zu können, braucht es ein Grundverständnis der Unterrichtsarbeit. Der Aufbau des Buches von Jochen und Monika Grell zielt darauf ab, sich von Grund auf mit der Zusammenstellung der Unterrichtspraxis zu beschäftigen. Wichtige Faktoren aus dem Inhaltsverzeichnis sind:

Die Unterrichtsrezepte und ihr Sinn

Zu Beginn des Buches wird darauf eingegangen, was die Rezepte sind und was sie nicht sind. Wie ist die Thematik der Unterrichtsrezepte zu verstehen? Was bringen sie dem Lehrer, wenn er sich mit der Thematik beschäftigt und wie lässt sich daraus ein passendes Konzept für die eigene Unterrichtspraxis erarbeiten? Ein wichtiges Thema dabei ist die hohe Komplexität des Unterrichts, die beachtet werden muss. Jochen und Monika Grell gehen darauf ein, was die Aufgabe der Erziehungswissenschaft ist und wie diese gesehen werden muss. Dabei wird auch aufgegriffen, dass es zu Problemen im Umgang mit den Rezepten kommen kann, die es zu lösen gilt.

Viele Lehrer greifen in ihrer Pädagogik auf Erarbeitungsmuster zurück. Sie entscheiden sich dafür, diese zu verwenden und damit ihren Lehrplan aufzubauen.

Viele Lehrer greifen in ihrer Pädagogik auf Erarbeitungsmuster zurück. Sie entscheiden sich dafür, diese zu verwenden und damit ihren Lehrplan aufzubauen. (#01)

Erarbeitungsmuster

Viele Lehrer greifen in ihrer Pädagogik auf Erarbeitungsmuster zurück. Sie entscheiden sich dafür, diese zu verwenden und damit ihren Lehrplan aufzubauen. Jochen und Monika Grell haben die Erarbeitungsmuster unter die Lupe genommen und weisen auf die hier vorhandenen Mängel hin, die durch Lehrer berücksichtigt werden sollten.

Einige der wichtigsten Einwände dabei sind:

  • Keine optimale Informationsvermittlung
  • Wenig Vermittlung an die Schüler
  • Der Lernstoff wird nicht direkt an die Schüler vermittelt
  • Der potenzielle Lernstoff wird reduziert
  • Lernschwierigkeiten werden nicht aufgegriffen
  • Zu viele Zufälligkeiten müssen berücksichtigt werden
  • Können der Schüler wird nicht gefördert
In der Dauer der Unterrichtsstunde sind Lehrer eingeschränkt, flexibel sind sie aber in der Gestaltung.

In der Dauer der Unterrichtsstunde sind Lehrer eingeschränkt, flexibel sind sie aber in der Gestaltung.(#02)

Das Rezept für die Unterrichtsstunde

In der Dauer der Unterrichtsstunde sind Lehrer eingeschränkt, flexibel sind sie aber in der Gestaltung. Sie haben die Möglichkeit, in dem Buch von Jochen und Monika Grell ein Rezept für eine Unterrichtsstunde in Anspruch zu nehmen. Dabei gibt es verschiedene Unterteilungen und Phasen, die nach den Autoren zu berücksichtigen sind:

  • Die Phase 0:
    Die Phase 0 ist die direkte Vorbereitung, auf die zurückgegriffen werden sollte. Was ist bei der direkten Vorbereitung zu achten und wie kann diese aussehen? Welche Punkte sind besonders wichtig? Was erleichtert Lehrer und Schülern gleichermaßen die Arbeit?
  • Die Phase 1:
    In der ersten Phase soll dann der reziproke Affekt ausgelöst werden. Hier gehen die Autoren Jochen und Monika Grell auch im Buch noch darauf ein, was darunter zu verstehen ist. Dabei liegt die Erkenntnis vor, dass Lehrer von den Schülern als Stimmungsmacher gesehen werden. Sie sollen lernen, den Schülern die Lernziele mit Hilfe der reziproken Affekte zu übermitteln und so mit einer positiven Arbeit zu agieren. Auch Hinweise dazu, was besser zu vermeiden ist, werden gegeben.
  • Die Phase 2:
    Der informierende Unterrichtseinstieg wird in der zweiten Phase aufgegriffen. Schüler sollen bereits zu Beginn des Unterrichts das Gefühl haben, hier etwas lernen zu können. Dazu brauchen sie Informationen. Die Vermittlung dieser Informationen wird in der zweiten Phase in den Fokus gestellt.
  • Die Phase 3:
    Der Informationsinput steht hier im Fokus. Es geht darum, nun die weiteren Informationen an die Schüler weiterzugeben. Wie kann dies optimal funktionieren? Was ist dabei zu beachten? Welche Rezepte haben sich bewährt? Jochen und Monika Grell gehen auf die Thematik detailliert ein und geben dem Lehrer neue Denkanstöße für die Gestaltung des Unterrichts.
  • Die Phase 4:
    Die vierte Phase bei diesem Rezept ist das Anbieten der Lernaufgaben. Wenn das Interesse der Schüler geweckt ist, haben sie Interesse daran, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Sie sind Lernaufgaben gegenüber offen und nehmen diese gerne an. Daher sollten Lehrer auch die Möglichkeit bieten, diese Lernaufgaben in Anspruch zu nehmen. Verschiedene Lernaufgaben an der Hand zu haben, ist zu empfehlen.
  • Die Phase 5:
    In der fünften Phase wird dann die selbstständige Arbeit mit den Lernaufgaben fokussiert. Die Schüler dürfen die Freiheit haben, sich mit den Informationen zu beschäftigen und diese zu verarbeiten. Durch die intensive Arbeit mit dem Erlernten bleibt es im Kopf und wird nicht schnell wieder vergessen. Die Vertiefung ist also ein wichtiger Punkt im Rahmen des Rezeptes aus dem Buch von Jochen und Monika Grell.
  • Die Phase 6:
    Auslöschung. Welche Informationen sind relevant und welche nicht? Interessant ist die Abhandlung zur Auslöschung, die hier aufgegriffen wird.
  • Die Phase 7:
    Nun geht es um das Feedback zum Erlernten. Die Schüler sollen die Gelegenheit bekommen, Fragen stellen zu können. Sie dürfen auch Kritik anbringen und beschäftigen sich so mit dem vermittelten Wissen noch intensiver. Daher ist es besonders praktisch, in den Disput und den Austausch mit den Schülern zu gehen. Hier werden auch mögliche Lernschwierigkeiten aufgegriffen. Nicht jeder Schüler kann mit dem Wissen, das ihm gegeben wurde, agieren. Es gibt auch Schüler, die brauchen noch einmal eine zusätzliche Hilfe, um Lernschwierigkeiten überwinden zu können. In einem guten Unterrichtsplan ist die Zeit dafür vorhanden. Der Lehrer plant diesen Austausch ein und ist bereit, hier Zeit zu investieren.
  • Die Phase 8:
    In der letzten Phase steht dann die Gesamtevaluation auf dem Plan. Es ist wichtig, dass nicht nur die Schüler sich mit der vermittelten Thematik und dem Unterrichtsvorgehen beschäftigen, sondern auch der Lehrer. Es handelt sich um einen Lernprozess, der von beiden Seiten in Anspruch genommen werden sollte.
Interessant für Lehrer dürften auch die Erfahrungen sein, die in dem Buch von Jochen und Monika Grell zu der Thematik aufgegriffen werden.

Interessant für Lehrer dürften auch die Erfahrungen sein, die in dem Buch von Jochen und Monika Grell zu der Thematik aufgegriffen werden.(#03)

Der informierende Unterrichtseinstieg

Diese Thematik ist für Lehrer besonders interessant, da der informierende Unterrichtseinstieg die Möglichkeit zur Verfügung steht, das Interesse der Schüler direkt zu Beginn zu wecken. Daher wird diese Thematik in einem separaten Kapitel durch Jochen und Monika Grell behandelt. Dabei wird erst einmal darüber gesprochen, welche Annahmen es rund um das Rezept zu dem informierenden Unterrichtseinstieg gibt. Die Annahmen sind nicht unbedingt das, was sich wirklich hinter dem Rezept von Jochen und Monika Grell verbirgt. Umso wichtiger ist es, dass im Kapitel die wirkliche Bedeutung von diesem Punkt der Unterrichtsvorbereitung und der Unterrichtsdurchführung durchgegangen wird.

Interessant für Lehrer dürften auch die Erfahrungen sein, die in dem Buch von Jochen und Monika Grell zu der Thematik aufgegriffen werden. Zudem gibt es Kontraindikationen und Indikationen, die dafür oder dagegen sprechen. Hilfreich ist die Checkliste, die sich mit dem informierenden Unterrichtseinstieg beschäftigt. Lehrer, die das Rezept anwenden möchten, können mit Hilfe der Checkliste die

Vorbereitungen treffen

Gerade für die ersten Versuche ist dies hilfreich. Der Informationsinput wird durch Jochen und Monika Grell aufgegriffen.Auch hierfür wird ein Rezept benannt. Dabei geht es in erster Linie um die Vorbereitung. Hier wird darüber gesprochen, wie wichtig es ist, die erzieherischen Lernziele zu formulieren und so eine Basis für das Rezept zu haben. Durch ein Beispiel wird dargestellt, wie der Informationsinput umgesetzt werden kann. Unterschieden wird dabei zwischen den Typen „Erklären“, „Vormachen“ und dem „Set zu einem vieldeutigen Informationsreiz“. Unter der Anleitung durch die Autoren Jochen und Monika Grell ist es möglich, selbst Set-Experimente zu machen und auf diese Weise den Informationsinput zu verinnerlichen.

Ein Rezept benennen ist hilfreich

Dabei geht es in erster Linie um die Vorbereitung. Hier wird darüber gesprochen, wie wichtig es ist, die erzieherischen Lernziele zu formulieren und so eine Basis für das Rezept zu haben. Durch ein Beispiel wird dargestellt, wie der Informationsinput umgesetzt werden kann. Unterschieden wird dabei zwischen den Typen „Erklären“, „Vormachen“ und dem „Set zu einem vieldeutigen Informationsreiz“. Unter der Anleitung durch die Autoren Jochen und Monika Grell ist es möglich, selbst Set-Experimente zu machen und auf diese Weise den Informationsinput zu verinnerlichen.

Die Lernaufgaben sind ein Teil der Pädagogik und in der Unterrichtspraxis besonders wichtig. Lehrer können über diesen Bereich intensiv mit den Schülern arbeiten.

Die Lernaufgaben sind ein Teil der Pädagogik und in der Unterrichtspraxis besonders wichtig. Lehrer können über diesen Bereich intensiv mit den Schülern arbeiten.(#04)

Ein weiterer Fokus im Buch „Unterrichtsrezepte“ von Jochen und Monika Grell

Die Lernaufgaben sind ein Teil der Pädagogik und in der Unterrichtspraxis besonders wichtig. Lehrer können über diesen Bereich intensiv mit den Schülern arbeiten. Dabei werden durch die Autoren die Prinzipien aufgegriffen, die für die Arbeit mit den Lernaufgaben wichtig ist. Neben den Prinzipien werden auch die Elemente der Lernaufgaben aufgegriffen. Durch die Darstellung verschiedener Beispiele können Lehrer sich ein Bild von effektiven Lernaufgaben machen, die sich im Unterricht integrieren lassen. Dabei entbehrt dies nicht dem Einsatz in der Unterrichtspraxis um abschätzen zu können, ob die Lernaufgaben zu den Schülern passen. Für Lehrer ist es wichtig, die passenden Lernaufgaben zu üben. Es geht hierbei um das Erfinden, die Beurteilung sowie das Gestalten von verschiedenen Lernaufgaben.

Ein komplettes Kapitel wird der Feedback- und der Weiterverarbeitungsphase gewidmet

Auch Lehrer sind darauf angewiesen, ein Feedback zu erhalten und mit diesem arbeiten zu können. Ein wichtiges Rezept für ein erfolgreiches Unterrichtskonzept ist es, seine Arbeit zu prüfen und zu überarbeiten.

Den Abschluss des Buches bildet ein Kapitel rund um die Thematik zum Lernen von Rezepten

Unterrichtsrezepte lassen sich nicht immer einfach integrieren und benötigen längere Lernphasen. Unterstützung für die Lernphasen gibt es durch das Buch. So werden hier beispielsweise Regeln aufgestellt, die für die Interaktion in Trainingsgruppen gelten. Die Interaktionsregeln werden detailliert betrachtet. Zudem wird darauf verwiesen, dass ein präzises und bedeutsames Feedback unverzichtbar ist. Auch Lehrer müssen in der Lage sein, in objektives sowie ein subjektives Feedback geben und empfangen zu können. In der Zusammenarbeit mit anderen Lehrern kann sich dann auf Rezepte geeinigt werden, die zum Einsatz kommen.

Die Dauer der Anwendung bei den Unterrichtsrezepten hängt von den Lerninhalten, der Schule und den Schülern ab. Es ist möglich, dass die Dauer im Laufe der Unterrichtspraxis angepasst werden muss.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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