Puppenhaus

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Puppenhäuser, wie wir sie heute kennen haben ihren Ursprung in Deutschland. Ein längst bekanntes, internationales Handelszentrum war Nürnberg.

Hier boten Handwerker und Volkskünstler aus der weiten Umgebung schon immer ihre Waren an. Puppenhäuser waren zur damaligen Zeit allerdings kein Spielzeug, sondern wurden nur als Anschauungsobjekt für die Töchter reicher Leute hergestellt. Somit konnten sie die Haushaltsführung und den Umgang mit dem Personal lernen.

Adlige ließen gerne ihren Besitz in Miniatur nachbilden, um diesen vorzeigen zu können. Das älteste Puppenhaus geht zurück bis in das Jahr 1557, Albrecht der V. ließ es für seine Tochter bauen.

Dies ist aber nur noch aus alten Schriften bekannt, weil es leider bei einem Brand völlig zerstört wurde. Gut erhaltene Puppenhäuser aus dem 17. Jahrhundert sind heute noch im Nürnberger Nationalmuseum zu bewundern. 1670 gab es dann auch in Holland die ersten Puppenhäuser in den Amsterdamer Herrscher- und Kaufmannshäusern.

Anders war es um diese Zeit in England : Dort waren die Puppenhäuser eher für die Kinder gedacht. Sie durften damit aber nur manchmal spielen und nur unter Aufsicht.Ab dem 18. Jahrhundert wurden dann die ersten Puppenhäuser rein zum Vergnügen hergestellt.Das bekannteste aus dieser Zeit ist die „Fürstin von Arnstadt“.

Sie baute eine ganze Stadt namens „Mon Plaisier“ diese bestand aus 26 Puppenhäusern mit 84 Zimmern und 411 Puppen. Dieses Wunderwerk kann man heute noch gut erhalten im Schloßmuseum zu Arnstadt besichtigen. Im 19. Jahrhundert wurde durch die Industrialisierung ein Puppenhaus auch für Leute aus einfachen Verhältnissen erschwinglich. Ab diesem Zeitpunkt war das Puppenhaus auch zum bespielen da. Aus Amerika kam eine Massenproduktion von Puppenhäuser und Zubehör an.

Es gab genügend Auswahl an einzelnen Stuben, Küchen, Geschäften und mehr. Dieser Fortschritt machte sich auch im Puppenhaus bemerkbar : elektrisches Licht, fließendes Wasser und sogar einen Lift gab es schon. Im 20. Jahrhundert hatten auch die Erwachsenen immer mehr Interesse an Puppenhäusern. In England entstanden viele berühmte Häuser wie z.B. „Titanias Place“ und vor allem „Queen Mary`s“ Puppenhaus war ein echtes Prunkstück.

Puppenhäuser und Kaufläden waren früher typische Weihnachtsgeschenke, die nach einiger Zeit weggeräumt wurden um dann im nächsten Jahr erneuert und ergänzt, wieder begeistert bespielt zu werden. Heute in der Zeit der „interaktiven Computerspiele“ ist das „handelnde Spielen mit den Händen“ für Kinder sehr wichtig und stellenweise leider in „Vergessenheit“ geraten.

Auch die Materialien des Spielzeugs haben sich verändert, Holz und Blech, Glas und Porzellan wurden von Kunststoffen verdrängt. Vielleicht sollte man sich darüber einmal ein paar Gedanken machen und das nächste Weihnachtsgeschenk fällt vielleicht auf ein Puppenhaus?

Über Sabrina Mueller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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