Lederart: Ihre Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten

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Leder gibt es in vielfältigen Arten und für unterschiedliche Einsatzzwecke. Ob im Auto, in der Möbelindustrie oder für Bekleidung: Welche Lederart ist jeweils am besten geeignet?

Unabhängig von der Lederart: Eigenschaften guten Leders

Leder ist ein Naturprodukt, ein organisches Material. Es stammt von Kühen, Schweinen, Ziegen oder Schafen und wird unterschiedlich verwendet. Es kommt als Rauleder oder Spaltleder auf den Markt, kann glatte oder genarbte Oberflächen aufweisen. Die Eigenschaften des Leders werden stets durch die Verarbeitung des Rohmaterials sowie durch die weitergehende Pflege maßgeblich beeinflusst und bestimmt.

Glattes Leder ist beispielsweise besser als raues Leder gegen das Eindringen von Feuchtigkeit geschützt, diese Eigenschaft kann durch das Einfärben des Leders noch einmal verstärkt werden. Denn: Die oberen Poren werden dabei verschlossen, Wasser kann nicht oder nur schwer eindringen. Feuchtes Leder erscheint dunkler als gewöhnlich, es fühlt sich klamm an.

Generell ist Leder sehr langlebig und robust, Kunstleder kann keine der Eigenschaften natürlichen Leders in der gleichen Form erreichen. So wird Leder auch bei der Schutzkleidung für Motorradfahrer eingesetzt und ist imstande, größere Verletzungen durch das Rutschen über den Asphalt bei einem Sturz zu verhindern oder wenigstens abzumildern. Leder wird auch in der Sattlerei verwendet, stellt ein unverzichtbares Material in der Anfertigung von Sportausrüstung dar.

Es gibt somit verschiedene Verwendungszwecke für Leder, die sich nach der Bearbeitung des Rohmaterials richten:

Ursprünglich wurde Wildleder von Wildtieren gewonnen, doch diese dürfen nicht in dem Maße gezüchtet und geschlachtet werden, wie das bei Nutztieren üblich ist. Daher wird heute fast jedes Leder, welches eine angeraute Oberfläche aufweist, als Wild- oder Velourleder bezeichnet.

Ursprünglich wurde Wildleder von Wildtieren gewonnen, doch diese dürfen nicht in dem Maße gezüchtet und geschlachtet werden, wie das bei Nutztieren üblich ist. Daher wird heute fast jedes Leder, welches eine angeraute Oberfläche aufweist, als Wild- oder Velourleder bezeichnet. (#01)

Lederart Wildleder

Ursprünglich wurde Wildleder von Wildtieren gewonnen, doch diese dürfen nicht in dem Maße gezüchtet und geschlachtet werden, wie das bei Nutztieren üblich ist. Daher wird heute fast jedes Leder, welches eine angeraute Oberfläche aufweist, als Wild- oder Velourleder bezeichnet. Es gilt als Unterkategorie des Rauleders und stammt von der Unterseite der Tierhäute.

Meist wird es von Schweinen oder Rindern verwendet, doch auch Häute von Rehen und Wildschweinen sind üblich. Wildleder ist sehr hochflorig und sieht dadurch rauer aus als zum Beispiel Nubuk.

Gern wird es für Turnschuhe und Arbeitshandschuhe verwendet, wobei ein großer Vorteil die Atmungsaktivität des Leders ist. Schweiß wird nach außen geleitet, was das Hautgefühl in diesen Handschuhen oder Schuhen sehr angenehm sen lässt.

Rauleder ist der Oberbegriff für alle Lederarten, die eine angeschliffene Oberfläche besitzen, die mehr oder weniger veloursartig ist.

Rauleder ist der Oberbegriff für alle Lederarten, die eine angeschliffene Oberfläche besitzen, die mehr oder weniger veloursartig ist.(#02)

Lederart Rauleder

Rauleder ist der Oberbegriff für alle Lederarten, die eine angeschliffene Oberfläche besitzen, die mehr oder weniger veloursartig ist. Die verwendeten Tierhäute werden leicht angeschmirgelt, es wird nur die Unterseite der Tierhaut eingesetzt. Raues Leder ist sehr weich, leicht und angenehm auf der Haut, hat allerdings auch Nachteile: Wasser kann hier vergleichsweise leicht eindringen.

Auch Schmutz setzt sich leichter fest, das Leder kann durch Oberflächenverschmutzungen rascher grau aussehen. Diese Lederart wird damit vor allem für Schuhe verwendet, die nur an trockenen Tagen zum Einsatz kommen, und bleibt ansonsten innerhalb des Hauses. Sie kann Nässe nur bedingt aushalten und das nur, wenn eine gewisse Pflege und Imprägnierung vorhanden ist.

Lederart Glattleder

Die Oberfläche von Glattleder ist ebenmäßig, allerdings nicht ganz glatt und kann unterschiedlich aussehen. Die Narbenseite des Leders ist je nach Tierart verschieden, weshalb ein Glattleder vom Schwein anders aussieht als vom Rind. Die Oberfläche des Leders kann leicht glänzen, kann aber ebenso matt erscheinen.

Die verwendete Narbenseite ist die Oberseite der Tierhaut, also die Seite, auf der die Haare des Tieres wuchsen. Das Leder erfährt eine Imprägnierung, was die Oberfläche resistenter gegen äußere Einflüsse werden lässt. Wichtiger Unterschied: Rindsleder lässt Feuchtigkeit dank der großen Poren leichter durch als Schweinsleder, Leder vom Rind ist damit pflegebedürftiger. Glattleder wird vor allem für die Herstellung von Schuhen und Taschen verwendet.

Nappaleder ist weich und glatt, es stammt von der Narbenseite des Tieres.

Nappaleder ist weich und glatt, es stammt von der Narbenseite des Tieres.(#03)

Lederart Nappaleder

Nappaleder ist weich und glatt, es stammt von der Narbenseite des Tieres. Bekannt sind Rindsnappa, Kalbsnappa und Lammnappa, wobei Rindsnappa vor allem für Möbel verwendet wird. Die anderen beiden Sorten kommen auch in der Bekleidungsindustrie und in der Schuhherstellung zum Einsatz. Einst war Nappaleder als Sammelbezeichnung für Leder bei Bekleidung und Handschuhen zu sehen, heute werden damit alle glatten und geschmeidigen Ledersorten bezeichnet.

Nubukleder

Für die Herstellung von Nubuk wird die Narbenseite des Leders leicht angeschliffen, die Oberfläche wird dadurch samtartig. Meist handelt es sich um Rindsleder, auch Kalbshaut wird zu Nubuk verarbeitet. Außerdem wird Nubukleder bei der Herstellung von Möbeln, Handtaschen und Bekleidung verwendet, es ist zudem für die Lederausstattung von Autos ideal.

Hirschleder ist besonders weich und feinporig, es ist daher ideal für die Herstellung von Bekleidung.

Hirschleder ist besonders weich und feinporig, es ist daher ideal für die Herstellung von Bekleidung.(#04)

Lederart Hirschleder

Hirschleder ist besonders weich und feinporig, es ist daher ideal für die Herstellung von Bekleidung. Es ist zudem wasserabweisend, was durch eine gute Imprägnierung noch verstärkt wird. Daher wird Hirschleder gern auch für Handschuhe oder Taschen eingesetzt. Das Leder ist sehr strapazierfähig und reißfest, dabei nicht allzu schwer, was es für die Herstellung von Schutzkleidung unter anderem für Motorradfahrer prädestiniert.

Lederart Rindsleder

Das Leder vom Rind besitzt einen kräftigen Griff und zeigt sich in der Praxis als sehr strapazierfähig. Die Oberfläche des Leders ist glatt, es sind nur kleine Poren und Haarlöcher zu sehen. Die typische Narbung des Leders entsteht durch das sogenannte Millen, was als Weichtrommeln bekannt ist. Diese Behandlung erfährt Rindsleder vor allem bei seiner Verarbeitung für die Polsterei von Autositzen und Möbeln. Auch für Gürtel und Zaumzeug wird diese Art Leder gern verwendet.

Eine Unterart stellt das Kalbsleder dar, wobei die Haarlöcher anzahlmäßig mit denen bei einem ausgewachsenen Rind zu vergleichen sind, allerdings verteilen sie sich hier auf eine deutlich kleinere Fläche. Das wiederum bedeutet, dass das Leder gleichmäßiger aussieht, feiner ist und eine höhere Reißfestigkeit besitzt. Kalbsleder wird gern für Handschuhe und Taschen sowie für andere Lederwaren verwendet. Des Weiteren kommt es beim Polstern von Stühlen zum Einsatz.

Schweinsleder lässt sich sehr gut von anderen Lederarten unterscheiden, weil die Haarlöcher hier deutlicher zu sehen sind. Sie überziehen die gesamte Haut des Schweins.

Schweinsleder lässt sich sehr gut von anderen Lederarten unterscheiden, weil die Haarlöcher hier deutlicher zu sehen sind. Sie überziehen die gesamte Haut des Schweins.(#05)

Lederart Schweinsleder

Schweinsleder lässt sich sehr gut von anderen Lederarten unterscheiden, weil die Haarlöcher hier deutlicher zu sehen sind. Sie überziehen die gesamte Haut des Schweins. Das Leder ist sehr robust, gilt aber als nicht so edel wie das Leder von Rind, Kalb, Ziege oder Lamm. Es wird gern für eher robuste Kleidung und Lederartikel verwendet, wozu unter anderem Hosen, Jacken sowie Taschen und Koffer gehören.

Lederart Anilinleder

Wird Leder nur mit löslichen Farbstoffen behandelt und damit durchgefärbt, wird dabei von Anilinleder gesprochen. Das Leder fühlt sich wachsartig an, es besitzt eine matte Oberfläche. Werden Pigmentfarben bei der Herstellung verwendet, sind diese nur aufgespritzt und werden nicht direkt in das Leder eingebracht. Die Oberfläche ist narbig und bekommt eine Abdeckung, das Erscheinungsbild des Anilinleders ist nicht sehr prägnant. Nach der Pigmentfärbung, die zu einer glatten und durch eine geringe Struktur gekennzeichneten Oberfläche führt, kann das Narbenbild aufgeprägt werden.

Lackleder zeichnet sich im Gegensatz zu verschiedenen anderen Lederarten aus dieser Übersicht durch seine Narbenfreiheit aus.

Lackleder zeichnet sich im Gegensatz zu verschiedenen anderen Lederarten aus dieser Übersicht durch seine Narbenfreiheit aus.(#06)

Lederart Spaltleder

Spaltleder entstammt dem Spaltvorgang: Dabei wird die Tierhaut über die gesamte Fläche hinweg in Schichten zerlegt. Vor allem bei dicken Tierhäuten wie beim Rind wird dieser Vorgang oft durchgeführt, denn die Häute sind teilweise zwischen fünf und zehn Millimeter dick. Daraus ergibt sich der Außenspalt sowie der Fleischspalt, möglich ist auch der Kernspalt, der in der Mitte anfällt.

Die Leder, die auf diese Weise nach unten abgespalten werden, sind auf beiden Seiten rau. Besonders wertvoll ist der Narbenspalt, bei dem das dichte Fasergefüge in der Oberschicht liegt und welcher dadurch besonders reißfest ist. Die narbige Oberfläche ist glatt und zeigt sich narbig. Spaltleder wird häufig zu pigmentiertem Glattleder verarbeitet.

Lederart Lackleder

Lackleder zeichnet sich im Gegensatz zu verschiedenen anderen Lederarten aus dieser Übersicht durch seine Narbenfreiheit aus. Das Leder ist hochglänzend und auf der Oberfläche lackiert. Teilweise wird die Oberfläche auch mit einer Folie überzogen, die besonders glatt und damit glänzend ist.

Video: Modedesign aus Ananas | DW Deutsch

Lederart Boxcalf

Als Boxcalf wird das Leder bezeichnet, welches vom Milchkalb stammt. Es ist chromgegerbt und entweder durchgefärbt oder erhält lediglich eine Grundierung. Der Deckfarbenüberzug sorgt für die gewünschte Farbe des Leders. Möglich ist das Krispeln, damit wird die natürliche Narbung des Leders verändert. Die Optik ist leicht matt, teilweise gibt es einen feinen, seidigen Glanz. Die Narbung ist gleichmäßig und fein. Boxcalf wird vor allem für hochwertige Schuhe für Damen und Herren sowie für edle Handtaschen verwendet.

Alternativen zu den Lederarten

Die Anzahl der Vegetarier und Veganer wächst kontinuierlich, daher sei an dieser Stelle in Hinweis auf Lederalternativen gegeben. Besonders beliebt sind hier Mikrofaserwirbelvliese, die aus künstlichen Materialien herstellt werden. Eingesetzt werden dafür unter anderem Amaretta und Alcantara.

Neben dem Verzicht auf die Verwendung von Tierhäuten liegt der Vorteil der Lederalternativen auch in der leichten Verarbeitung, im geringen Verschnitt und in der leichten Waschbarkeit. Die Pflege ist deutlich weniger aufwendig als bei Leder, Kunstleder kann bei bis zu 40 °C gewaschen werden. In Bezug auf den Griff und die Optik ähneln Kunstleder aber dem Velourleder.

Vegane Leder werden vor allem für Bekleidung und Polstermöbel, aber auch für Autositze und sogar für Schuhe verwendet. Sogar die klimaneutrale Produktion ist möglich. Interessant ist auch die noch neue Alternative des Ananasleders. Diese Lederart heißt Pinatex und wird aus den Blättern der Ananas hergestellt.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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