Käthe Kruse online einkaufen
Die Puppe als Luxus? Eine Sammlerpuppe hatte Käthe Kruse nicht im Sinn.
Die erste Puppe von Käthe Kruse hatte einen “Kartoffel-Kopf”. Der Körper der Puppe war ein Tuch, das sie mit Sägespänen gefüllt hatte und dessen Enden sie mit einem Faden zu Beinen und Armen gebunden hatte.
Das war im Jahr 1905.
Käthe Kruse war 23, als sie für ihre Tochter Maria, die sie liebevoll “Mimerl” nannte, ein Spielzeug zum Lieben und Kuscheln suchte. Denn das Mirmele war eifersüchtig auf ihre gerade geborene Schwesterchen. Mirmele wollte auch so ein Baby - eine Puppe.
Diesen Wunsch mochte ihr ihr Vater, der Berliner Bildhauer Max Kruse, nicht erfüllen. Das Angebot entsprach überhaupt nicht seinen Vorstellungen von Puppen für Mädchen “Ich koof euch keene Puppen, ick find se scheußlich. Macht euch selber welche.” Soll er einmal gesagt haben. Das war das Stichwort für Käthe Kruse.
Max Kruse sah darin eine gute Gelegenheit für seine 30 Jahre jüngere Frau, sich künstlerisch zu betätigen. Denn ihren Beruf als Schauspielerin hatte Käthe Kruse aufgegeben, als sie sich für eine Heirat mit Max Kruse entschied. Nun hatte sie endlich wieder eine Aufgabe - und begann eine erfolgreiche Karriere als Puppenmacherin.
Die heutigen Puppensammler würden Max Kruse wohl kaum zustimmen. Denn heute sind die Werke von Käthe Kruse ebenso begehrt wie Porzellankopf-Puppen aus der Biedermeierzeit um 1840, genauso gerne werden die Celluloid-Puppen aus dem späten 19. sowie Künstler- und Charakterpuppen vom Anfang des 20. Jahrhunderts gesammelt.
In Käthe-Kruse-Puppen spiegeln sich die pädagogischen Reformen des frühen 20. Jahrhunderts wider: Puppen sollten lebensecht und kindgerecht sein, nicht mehr nur schöne Schauobjekte oder starre Abbilder von Frauen.
Der erste Auftrag von Käthe Kruse kam 1910 aus Amerika - 150 Puppen.Ob ihr Ehemann Max je seinen Satz bereut hat, dass seine Frau selbst eine Puppe für die Tochter machen sollte? Denn auch er musste am Anfang bei der Herstellung mithelfen: “Nennst’e det Liebe?”, soll er seine Frau einmal im heimischen Wohnzimmer, das nun auch als Werkstatt diente, gefragt haben.
Das war es wohl auch. Die Ehe hielt, die Familie von Max und Käthe Kruse wuchs bis auf sieben Kinder an, die Herstellung wurde auch bald in eine eigene Werkstatt nach Bad Kösen verlegt. Hier entstanden “Mimmerle”, Friedebald”, “Träumerchen” oder “Schlenkerchen. Die Vorbilder für Käthe Kruses Puppen waren oft ihre eigenen Kinder. Selbstverständlich bekam auch der Jüngste, Max, seine Puppe - mit der er damals aber wenig anfangen konnte.
Ihn zog es mehr in die Puppenwerkstatt, wo er ungehindert basteln durfte.
Später schuf Käthe Kruses Sohn Max die bekannten Kinderbuch-Figuren wie “Urmel”, “Lord Schmetterhand” oder den Ritter “Don Blech” und seine Blechbüchsenarmee, die ihn und die “Augsburger Puppenkiste” weltberühmt machten. Es scheint Jungs wohl nicht zu schaden, mit Puppen aufzuwachsen ;-).
Biggi
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